"Jenseits schillernder Welten"

Fernsehkonzert Kanal 21

Nach der erfolgreichen Premiere ihres Programms „Jenseits schillernder Welten“ im vergangenen Herbst im Brandenburger St. Paulikloster, der Veröffentlichung des gleichnamigen Albums und Gastspielen in Berlin, kommt das Brandenburger Künstlertrio Katharina Burges, Torsten Gränzer und Göran Schade am 12. September nach Bielefeld, um vor Publikum im „Kanal 21“ ein Fernsehkonzert aufzuzeichnen, welches in Anschluss in Nordrhein-Westfalen über NRWision ausgestrahlt wird.
„Wir wünschen uns bei dieser Aufführung ein interessiertes Publikum, welches mit unseren nicht gerade einfachen Inhalten etwas anfangen kann und freuen uns, wenn viele Bielefelderinnen und Bielefelder den Weg zu uns finden“ so Autor Torsten, dessen Texte von Katharina Burges vertont worden sind. Beide Künstler sind sich vor zwei Jahren das erste Mal begegnet und waren vom Schaffen des jeweils Anderen sehr angetan. Seit jeher widmen beide sich Themen, denen sich Menschen eher vorsichtig oder gar nicht nähern. Denn Missbrauch, Trauma, Todestrieb, Verzweiflung, Sehnsucht und letztendlich der Weltschmerz schrecken natürlich erst einmal ab. Jedoch überzeugt davon, dass diese oft ignorierten Themen generell und auch in einem künstlerischen Rahmen viel mehr Aufmerksamkeit benötigen, entschlossen sie sich schnell zu einer Zusammenarbeit. Die Ursprünge von Torsten Gränzer und Katharina Burges sind sehr verschieden und verwurzelt im Dreck des Punks und der Direktheit des Rocks auf der einen, und in der Feinfühligkeit des Jazz und der Eleganz der Klassik auf der anderen Seite. In der Empfindsamkeit ihrer Themen jedoch werden sich die Künstler sehr ähnlich und überwinden damit sowohl musikalische, als auch kommunikative Barrieren.
Innerhalb kürzester Zeit entstanden Werke, in denen die Musiker den gelebten Irrsinn der Menschheit darstellen, in denen sie nächtliche, albtraumhafte Bilder erleiden oder die Halluzinationen eines Entzuges beschreiben. Sie verdeutlichen die Auswüchse einer immer ungerechter werdenden und die Menschlichkeit nur zu oft unterdrückenden gesellschaftlichen Ordnung, erleben Seelenausbrüche, in denen sie dem Wahnsinn ziemlich nahe kommen, begegnen religiösem Fanatismus, stellen sich sanft der eigenen Vergänglichkeit und sind auf der Suche nach Halt und verlässlichen Beziehungen. Der inneren Zerrissenheit folgen Momente der Akzeptanz des eigenen Seins, um dann doch wieder in den Kampf gegen die Unzulänglichkeiten der Menschheit zu ziehen. Dennoch ist es kein ausschließlich düsteres Programm, das die Künstler erarbeitet haben, sondern ein durchaus hoffnungsvolles, in dem persönliche Krisen und gesellschaftliche Missstände einerseits auf zornige, nachdenkliche und wehmütige, andererseits aber auch auf sehr liebevolle Weise durchlebt werden. „Ich bin der Meinung, dass diese Inhalte jeden Menschen betreffen und auf die Bühne gehören!“ erklärt Katharina Burges ihre Intention, sich mit ihrem ganzen Seelenleben den Texten Gränzers zu widmen und dazu neue Kompositionen zu erschaffen. „Mit diesem Programm geben wir uns selbst einen Raum zur Befreiung und laden gerne das Publikum ein, dabei zu sein. Denn gemeinsam lassen sich diese Momente besser erleben“, fügt Gränzer hinzu.
Als großes Glück beschreiben beide, dass sie mit ihren Inhalten den Musiker Göran Schade zu einer Zusammenarbeit begeistern konnten. „Wenn ich komponiere, dann habe ich am Klavier nur 88 Tasten zur Verfügung, aber im Kopf klingt ein ganzes Orchester. Göran ist dieses Orchester …“ Mit diesen Worten übertreibt Katharina Burges keinesfalls, sorgt doch Göran Schade, der einst mit der Komischen Oper auf Welttourneen gewesen ist und mit Stars wie Leonard Bernstein und Roger Waters gearbeitet hat, mit seinem ideenreichen und vielfältigen Perkussions-Spiel, seinen partiell eingesetzten elektronischen Sounds und seinen Ausflügen zum Klavier für einen beeindruckenden, die Kompositionen und Texte entsprechend stimmig umrahmenden Sound.
In der halbszenischen Bühnenumsetzung verwirklicht sich Katharina Burges am Piano und mit klassischem und modernem Gesang, während Torsten Gränzer in rezitativen und musikalischen Text-Interpretationen gedankliche Impulse gibt. Die Stücke bewegen sich dabei zwischen Tango und Blues, zwischen Pop und Jazz, zwischen Klassik und Avantgarde, können aber nie ausschließlich als das eine oder andere eingeordnet werden. Auch können sie von Abend zu Abend variieren und immer wieder anders erlebt werden. „Wir spielen die Stücken immer so, wie wir sie gerade empfinden und bis jetzt hat das jedes Mal etwas mit uns gemacht …“, wird von allen die gelungene Symbiose dreier sehr unterschiedlicher Musiker beschrieben, die sich freuen, nun auch in Bielefeld zu Gast zu sein.
Infos: www.jenseitsschillernderwelten.de

Do, 12.09.2019 19:00 Uhr

Dauer 120 Minuten

Kanal 21

Meisenstr. 65
33607 Bielefeld


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